Das Projekt
Pressemitteilung
Wie ein episches Theaterstück von Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen inszeniert wird, zeigt das Musiktheaterprojekt „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“. An der Gemeinschaftsproduktion wirken mit: das integrative EDEN Theater, die Jugendtheatergruppe Splash, die integrative Kindertheatergruppe Blauer Kodar und das Bremer Kaffeehausorchester. Mit viel Witz, Charme und Charakter feiert das Stück am 30. November 2006 in der BEGU-lemwerder Premiere.
Bis dahin studieren derzeit etwa 40 Akteure nach Vorlage des epischen Theaterstücks nach Bertolt Brecht ihre eigene Version der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ ein. Seit Januar 2006 treffen sich die vier Gruppen regelmäßig in den Räumen der BEGU-lemwerder. Premiere ist am 30. November 2006, eine zweite Aufführung folgt am 2. Dezember. „Mit diesem Musiktheaterprojekt zeigen wir, wie Personen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen gemeinsam etwas erarbeiten, wie sie voneinander lernen und miteinander mit viel Spaß experimentieren“, erklärt Dieter Seidel, Geschäftsführer der BEGU-lemwerder. Gemeinsam mit dem Oldenburger Verein „Jugendkulturarbeit“ verantwortet er das Projekt.
Für die Akteure beinhaltet die Inszenierung spannende Entwicklungen, da es sich hier um eine Produktion handelt, die generationsübergreifend, von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sowie von Laien und professionellen Darstellern erarbeitet wird. „Da kommt es auf allen Seiten zu interessanten Erkenntnissen und Überraschungen“, so Waldo Bleeker, Künstlerischer Leiter des Projektes. „Im Prozess wird so die Grenze zwischen ‚normal’ und ‚nicht normal’ aufgehoben – eine durchweg positive Entwicklung.“ Eine Entwicklung, die beabsichtigt ist. Denn die Initiatoren des Projektes möchten mit der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ Berührungsängste abbauen und Vorurteile in Frage stellen.
Die Handlungsvorlage
Chicago in den 20er Jahren – eine Zeit geprägt von Arbeitslosigkeit und Armut. Einer der größten Fleischhändler der Stadt verkauft sein Geschäft und treibt damit seinen größten Konkurrenten in den Bankrott. Die entlassenen Arbeiter suchen Hilfe bei den „Schwarzen Strohhüten“ der Heilsarmee, die von Johanna Dark angeführt werden. Sie möchte die hilflosen Menschen mit dem Wort Gottes auf den rechten Weg zurück führen. Doch die Arbeitslosen sind weniger an ihren Verkündungen als an der kostenlosen warmen Suppe interessiert. Doch Johanna lässt sich nicht entmutigen. Nachdem sie bei Fleischhändler Mauler um Hilfe gebeten hat, zieht sie mit ihren „Schwarzen Strohhüten“ in die Viehbörse um dort Ordnung zu schaffen. Doch Mauler spielt ein falsches Spiel und hintergeht die Arbeiter, die mittlerweile hinter Johanna stehen und gemeinsam zum Generalstreik angesetzt haben.
Bertolt Brecht (1898 – 1956) schrieb dieses epische Theaterstück in den Jahren 1929/30 während der Weltwirtschaftskrise. „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ wurde 1959 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt – drei Jahre nach Brechts Tod.
Der Flayer zum Stück als PDF
Pressearbeit für
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“
Yvonne Bries
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28203 Bremen
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